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Der Pianist - BluRay



Freigabe: FSK 12
Fassung indiziert? Nein
Laufzeit: 149:01 Min. (142:15 Min. o.A.)
Extras:
- Ausführliche Dokumentation inkl. Interview mit Roman Polanski
- Kinotrailer Frankreich & Deutschland

Der Pianist - Trailer

Während viele beim Namen Roman Polanski in erster Linie an sein Privatleben denken und ihn auf Grund seiner Verurteilung wegen "außerehelichem Geschlechtsverkehr mit einer Minderjährigen" verachten, wird dabei leider immer wieder vergessen, für welch großartige Filme er als Regisseur verantwortlich ist. So gehören zu seiner Filmografie u.a. Oscar-prämierte Klassiker wie "Rosemarie´s Baby" (1968) oder "Chinatown" (1974), aber auch die unvergessliche Horrorkomödie "Tanz der Vampire" (1967), der mitterweile der ganzen Welt als erfolgreiches Musical bekannt sein dürfte. Sein in meinen Augen wichtigstes Werk möchte ich allerdings in dieser Review behandeln:

Story:
Der Pianist beschreibt die Geschichte des polnisch-jüdischen Pianisten und Komponisten Wladyslaw Szpilman und sein Leben und Leiden während des 2. Weltkriegs in der Zeit von 1939 bis 1944. Von den deutschen Truppen zuerst ins Warschauer Ghetto umgesiedelt entgeht er dem Abtransport ins Vernichtungslager Treblinka durch Unterstützung eines ehemaligen Bekannten, verliert dabei aber seine gesamte Familie. Nachdem er aus dem Ghetto fliehen kann muss er immer wieder sein Versteck wechseln, bis er schließlich krank und halb verhungert durch die Hilfe eines deutschen Offiziers das Ende der deutschen Besatzung erlebt und entkommen kann.

Der Film basiert auf der von Szpilman 1946 veröffentlichten Autobiografie "Der Pianist - mein wunderbares Überleben". Gedreht wurde sowohl in Deutschland (z.B. Babelsberg, Berlin, Jüterbog) als auch in Polen. Gerade in Warschau legte R. Polanski größten Wert auf Authenzität, und so wurden nicht nur Originalaufnahmen verwendet, sondern auch im Vorort Praga auf originaler Bausubstanz des ehemaligen Warschauer Ghettos gedreht. Auch die Ruinen am Ende des Films sind keine Kulissen, sondern reale Überbleibsel in Jüterbog.

Der Pianist umfasst einen Zeitraum von 5 Jahren und erzählt in episodenhaftem Aufbau die Geschehnisse zwischen dem Einmarsch der Deutschen in Polen 1939 über die Umsiedlung ins Warschauer Ghetto 1940 mit anschließendem Aufstand (1943) bis zum Rückzug der Deutschen und dem Einmarsch der Roten Armee im Jahre 1944, wo Wladyslaw Szpilman zu guter letzt mit Hilfe eines deutschen Offiziers (Thomas Kretschmann) gerettet wird.

Hervorzuheben ist hier ganz klar die grandiose Leistung von Adrien Brody, der mit seiner intensiven und selbstaufopfernden Darstellung des Wladyslaw Szpilman nicht nur die beste Leistung seiner Karriere abgeliefert hat, sondern den Film auch im Alleingang trägt und völlig zu Recht mit einem Oscar gewürdigt wurde. Insgesamt bekam der Film 2003 3 Oscars, neben Brody als "Bester Hauptdarsteller" auch für das "Beste adaptierte Drehbuch" und R. Polanski selbst als "Beste Regie".

Der Pianist packt den Zuschauer ab der ersten Filmminute und lässt ihn nicht mehr los. Die Geschichte ist spannend und äußerst emotional erzählt und lässt einen mit Szpilman zu jeder Zeit mitleiden. Die stellenweise schonungslose Darstellung der vorherrschenden Härte dürfte dem ein oder anderen Zuschauer bitter aufstoßen und ist definitiv nichts für zarte Gemüter. Aber genau diese Art der Inszenierung macht den Film zu einem hervorragenden und außergewöhnlichen Film über den Holocaust und regt zum Nachdenken an. Anders wie beispielsweise bei Schindlers Liste wird hier auch niemand als großer Retter herausgestellt, sondern die Gräuel des Krieges werden aus der Sicht der Opfer und aus nächster Nähe gezeigt und wirken so umso intensiver.

Eines der wichtigsten Elemente des Films stellt der Soundtrack dar, der passenderweise ausschließlich aus klassischen Stücken besteht, hauptsächlich von Chopin. So spielt beispielsweise Szpilman nach Aufforderung seines späteren Retters, dem deutschen Offizier Wilm Hosenfeld, die Ballade Nr. 1 in G-Minor von Chopin als Beweis dafür, dass er wirklich Pianist ist. Gerade dieses Lied wurde äußerst ironisch gewählt, denn es wurde von Chopin nach dem Novemberaufstand in Polen 1830/1831 komponiert, um damit den Freiheitswillen der Polen auszudrücken. Das markanteste Stück des Films ist allerdings Nocturne in C-Sharp Minor, bei welchem Szpilman durch den Einmarsch der deutschen Truppen zu Beginn unterbrochen wird. Immer wieder im Verlaufe der nächsten Jahre stimmt er das Lied an, und sei es nur in seinem Kopf, kann es aber erst nach seiner Rettung, bildlicherweise im Abspann des Films beenden.

Bildqualität:
Das Bild hat im Vergleich zur DVD ganz klar die Nase vorn, wenngleich sich dennoch kein volles HD-Gefühl einstellen will. Dazu ist die Filmschärfe etwas zu mangelhaft, gerad in Totalen oder Panoramaaufnahmen lassen sich Details vermissen, die in Nahaufnahmen dafür sehr gut aussehen. Weiterhin hat das Bild stetiges dezentes Filmkorn, das aber weniger störend ist als es die Atmosphäre des Films unterstützt.
6/10

Tonqualität:
Auch hier gibt es keine Höchstnoten. Genrebedingt sehr dialoglastig verpasst es die Tonspur, gezielte Akzente zu setzen und so bleibt letztendlich zwar eine sehr gute Verständlichkeit, es fehlt aber deutlich an Räumlichkeit und Druck.
6/10

Fazit:
Mit Der Pianist hat Roman Polanski seine eigenen Erlebnisse während des Holocaust verarbeitet, und diese Leidenschaft merkt man dem Film auch an. Der Pianist ist in allen Bereichen ein Meisterwerk, dass den Zuschauer durchwegs fesselt, emotional bewegt und mitnimmt und noch lange nach dem Betrachten seine Wirkung hinterlässt. Für mich ist dieser Film ein Werk, dass jeder geschichtliche Interessierte mindestens einmal gesehen haben sollte.
10/10

Testgeräte:
Bild: Panasonic TX-P50C3E Plasma-Fernseher
Player & Ton: Panasonic BTT-290 Heimkino-Anlage
3.5.14 10:58
 
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