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Metallica: Through the Never (BluRay 3D)



Freigabe: FSK 16
Fassung indiziert? Nein
Laufzeit: 92:36 Min. (84:29 Min. o. A.)
Extras:
- Making of: The Adam Dubin Documentary
- Behind the Scenes
- Musikclip „Master of Puppets“
- Soundworks – Aufnahmen der Tonmischung
- Digitaler Download des Films
- Mill Valley Film Festival: Q&A mit Metallica und Nimrod Antal
- Orion Festival Film Tent: Highlights

Metallica: Through the Never - Trailer

1981 in Los Angeles gegründet ist Metallica aus dem weltweiten Metal-Universum nicht mehr wegzudenken. Anfangs noch im Trash-Metal Bereich erlangten sie mit ihrem 1990 erschienenen "Black-Album" endgültig Weltruhm und sicherten sich dadurch eine riesige Fangemeinde, die bis heute ungebremst hinter ihren Idolen steht. Für ihren Konzertfilm Through the Never entschied sich Metallica nicht nur ein simples Konzert auf BluRay zu packen, sondern mit Unterstützung des Regisseurs Nimrod Antal (Predators) eine unglaublich aufwändige Bühnenshow mitsamt einer apocalyptischen Nebenhandlung in 3D zu verwenden.

Story:
Der Roadie Trip wird während eines Metallica-Konzerts in die Stadt geschickt, um die Ladung eines liegengebliebenen LKWs, die dringend von der Band benötigt wird zu beschaffen. Der simple Job entpuppt sich schnell als Kampf ums eigene Überleben, denn in der Stadt herrschen Anarchie und Chaos...

Für die Aufnahmen ihres Konzertfilms in Vancouver 2013 haben Metallica mit Superlativen nicht gegeizt. Eine 360°-Bühne (61 Meter lang und 18 Meter breit) inmitten der Konzertarena, 24 überall verteilte Kameras und eine Bühnenshow der Extraklasse machen hier ordentlich Eindruck.

Die eingebettete Nebengeschichte mit Roadie Trip (Dane DeHaan) macht zusammengerechnet vielleicht 10-15 Minuten des Films aus, fügt sich aber perfekt ein und bietet surreale, apocalyptische Bilder, die optisch toll eingefangen wurden und einiges an Effekten zu bieten haben. Nichts desto trotz liegt das Hauptaugenmerk ganz klar auf der Bühnenshow und dem Konzert von Metallica selbst, dass mit beeindruckenden Bildern nicht nur Fans der Band überzeugen dürfte.

Die Playlist liest sich dabei wie ein Best-Of Album über die komplette Bandgeschichte:
- The Ecstasy of Gold - 2:01
- Creeping Death - 6:19
- For Whom the Bell Tolls - 4:40
- Fuel - 3:57
- Ride the Lightning - 6:54
- One - 8:25
- The Memory Remains - 5:43
- Wherever I May Roam - 6:18
- Cyanide - 7:01
- …And Justice for All - 9:18
- Master of Puppets - 8:25
- Battery - 5:14
- Nothing Else Matters - 7:22
- Enter Sandman - 6:22
- Hit the Lights - 4:40
- Orion - 8:27

Bildqualität (3D):
Das Bild kratzt ganz klar an der Referenzmarke. Hervorragende Schärfe, satter Schwarzwert und tolle Farbgebung sehen einfach großartig aus. Minimale Unschärfen und leichtes Rauschen trüben nicht den sehr guten Gesamteindruck
9/10

Tonqualität:
Was das Bild nicht ganz schafft, meistert der Ton aus dem Handgelenk. Hier wurde klar eine Referenzmarke gesetzt. Der Zuschauer fühlt sich zu jeder Zeit vollkommen ins Geschehen versetzt und nimmt sozusagen körperlich am Konzert teil. Hier bleiben keine Wünsche hinsichtlich Kraft, Druck, Atmosphäre und Authenzität übrig.
10/10

Fazit:
Metallica - Through the Never ist ein grandioser Konzertfilm, bei dem die Story zur absoluten Nebensache wird. Dazu ist das Konzert selbst einfach zu intensiv inszeniert und überzeugt mit großartiger Atmosphäre. Für Fans der Band eine uneingeschränkte Empfehlung, aber auch wer mit der Musik nichts anfangen kann sollte hier schon allein wegen der vorherrschenden Bild- und Tonqualität auf jeden Fall mal einen Blick riskieren!
Für Fans: 10/10 (Schulnote: 1)
Für Nicht-Fans: 7/10 (Schulnote: 2)

Testgeräte:
Bild: BenQ MS521P Beamer inkl. Sintron 3D-Brillen
Player & Ton: Panasonic BTT-290 Heimkino-Anlage
4.5.14 13:52


Gesprente Ketten - BluRay



Freigabe: FSK 12
Länge: 2:52:13 (2:50:46 o.A. - Abspann beginnt über bewegtem Bild)
Extras:
- Audiokommentar vom Regisseur John Sturges, der Besetzung und der Filmcrew
- Gesprengte Ketten: Fakt und Fiktion
- Gesprengte Ketten: Vorbereitung auf die Flucht
- Gesprengte Ketten: Flucht in die Freiheit
- Gesprengte Ketten: Ein Erfolg bei Kritikern und Publikum
- Hintergründe
- Weitere Interviews
- Der wahre Virgil Hilts
- Gesprengte Ketten: Rückblick auf die Entstehung
- Original-Trailer

Gesprengte Ketten - Trailer

Der am 18. August 1992 im Alter von 81 Jahren an Herzinfarkt verstorbene Regisseur John Sturges konnte auf eine Lange Laufbahn zurückblicken, mit der er der Filmgemeinde großartige Klassiker wie „Stadt in Angst“ (1950), „Der alte Mann und das Meer“ (1958), „Die glorreichen Sieben“ (1960) oder auch „40 Waagen westwärts“(1965) hinterließ. Im Jahr 1963 schuf er ein Kriegsdrama, das bis heute seines Gleichen sucht und auf wahren Begebenheiten beruht. Basierend auf dem Buch „The Great Escape“ (1950) von Paul Brickhill entstand „Gesprengte Ketten“ und sollte sich zu einem der Höhepunkte seiner Laufbahn entwickeln.

Story:
1944 im Straflager Stalag Luft III im niederschlesischen Sagan (heutiges Polen):
Vollgepackt mit alliierten Kriegsgefangenen herrscht ein lockerer Alltag im deutschen Straflager, das als sicherstes seiner Art gilt. Doch die Gefangenen, allesamt erfahrene Ausbrecher und jeder ein Fachmann auf seinem ganz eigenen Gebiet haben große Pläne. Während einige Wenige sich lieber alleine versuchen möchten, plant der Rest einen Ausbruch nie dagewesenen Ausmaßes welcher Hunderten von Ihnen die Flucht ermöglichen soll.

Wie auch schon zuvor in „Die glorreichen Sieben“ gelang es John Sturges auch hier erneut, das Who-is-Who der damaligen Schauspielerriege um sich zu versammeln. Dabei vereinte er sowohl aus genanntem bereits bekannte Mimen wie Steve McQueen, Charles Bronson und James Coburn, als auch jede Menge andere Größen wie Richard Attenborough, Donald Pleasence oder auch James Garner. Und wie bereits in seinem unvergleichlichen Western gelang es auch hier, keinen der Schauspieler in den Vordergrund zu stellen, sondern alle Hand in Hand miteinander für den Film arbeiten zu lassen.

Da Sturges viel Wert auf Authenzität legte wurde größtenteils in Deutschland gedreht. Die Innen- und Außenaufnahmen des Lagers wurden in den Bavaria Filmstudios bzw. im naheliegenden Perlacher Forst aufgenommen, die Flucht durch Europa entstand hauptsächlich im Allgäu, genauer gesagt in Füssen, Schwangau und Pfronten (wodurch für mich als Kemptener eine noch größere Bindung zum Film besteht). Auch das Lagerleben selbst erscheint zwar für den Zuschauer im ersten Moment sehr locker und unglaubwürdig, wurde aber von 7 ehemaligen Insassen bei einer Vorführung zum 65. Jahrestag des Straflagers Stalag Luft III als äußerst authentisch beschrieben.

Gesprengte Ketten schafft es durch seine ganz eigene Art der Inszenierung diverse Genre miteinander zu vermischen, ohne aufgesetzt oder erzwungen zu wirken. So besteht der Film sowohl aus lockeren, humoristischen, ja stellenweise sogar slapstickartigen Passagen, wie auch aus äußerst dramatischen Momenten, wie beispielsweise die finale Flucht und die daraus resultierenden Gefangennahmen.

Getragen wird der Film selbstverständlich neben der unglaublichen aber wahren Geschichte vor allem von den großartigen schauspielerischen Leistungen, die dem Zuschauer von der ersten Minute an alle Sympathien entlocken und einen jeder Zeit mit den Insassen mitfiebern lassen.

Der unvergessliche Score von Elmar Bernstein, allem voran sein „Great Escape March“ mit Ohrwurmgarantie, tut sein übriges, um Gesprengte Ketten zu einem Meisterwerk der Filmgeschichte zu machen. Unglaublich, dass dieser Film kaum Auszeichnungen vorzuweisen hat. Die einzig Würdigung erhielt Steve McQueen als bester Darsteller beim Moscow International Film Festival, ansonsten erlangte der Film lediglich von der Wiesbadener Filmbewertungsstelle das „Prädikat wertvoll“.

Bildqualität:
Das im Vorfeld hochgepriesene Bild erweist sich als durchwachsen. Viele Aufnahmen bieten einen tollen Schärfegrad und offenbaren jede Menge Details, andere sind wiederum etwas weicher und verwaschen, hin und wieder folgen unscharfe Momente und starkes Filmkorn. Verunreinigungen und dgl. sind nahezu vollständig entfernt worden und bieten ein sauberes Bild. Insgesamt sah The Great Escape noch nie so gut aus, dabei wäre aber eindeutig mehr drin gewesen. 6/10

Tonqualität:
Der Ton ist fast komplett frontlastig aber zu jeder Zeit sauber und klar verständlich. Der Score und kleinere Action-Momente punkten mit kräftigem Sound, im Großen und Ganzen ist der Ton aber weit entfernt von Surroundgefühl oder Atmosphäre. 4/10

Fazit:
Gesprengte Ketten ist ein zeitloser Klassiker, der auch nach über 50 Jahren noch perfekte Unterhaltung bietet. Hier stimmt einfach die gesamte Inszenierung und bietet 160 Minuten großartige Unterhaltung , getragen von herrlich agierenden Schauspielern, einer spannenden Geschichte und einzigartigem Score. 10/10

Testgeräte:
Panasonic TX-P50C3E Plasma-Fernseher
Panasonic BTT-290 BluRay-Heimkinoanlage
3.5.14 11:48


Sharknado: Genug gesagt - BluRay



Freigabe: FSK 16
Fassung indiziert? Nein
Laufzeit: 82:30 Min. (81:56 Min. o. A.)
Extras:
- Outtakes
- Making of
- Trailer
- Bonusfilm "2-Headed-Shark Attack"

Sharknado: Genug gesagt - Trailer

Trash-Filme mit Haien erfreuen sich unglaublicher Beliebtheit, und so ist es kein Wunder dass Filme dieses Genres am Fließband produziert und auf die Zuschauer losgelassen werden. Die Titel sind dabei mehr als aufschlussreich, wie z.B. "Sand Sharks", "Sharktopus" oder auch "Ghost Shark". Eine dieser "Filmschmieden" ist bekannterweise Asylum, die sich mit ihrem ganz eigenen trashigen Charme in den Herzen der Mockbuster-Fans verbissen haben.
Doch als aus heiterem Himmel der "Sharknado" aufzog, wurde plötzlich alles ganz anders:
Ein unglaublicher Hype entstand,der dem Film innerhalb kürzester Zeit zu Berühmtheit nicht nur in Trash-Kreisen verhalf und der mit Hilfe von Unterschriftensammlungen letztendlich sogar in vereinzelte Kinos gebracht wurde, um Trash-Fans auch auf der großen Leinwand beglücken zu können. Was ist also dran am Phänomen Sharknado?

Story:
Das Schiff eines russischen Hai-Dealers wird auf hoher See von einem Sturm überrascht und verunglückt. Der Sturm entwickelt sich zu einem waschechten Tornado, der unaufhaltsam auf Los Angeles zurast und dabei Haie und natürlich jede Menge Wasser im Gepäck hat. Im folgenden Chaos versucht Barbesitzer Fin (Ian Ziering) zusammen mit einigen Freunden und einem Stammgast (John Heard, bekanntes Gesicht Nr. 1) seine Ex-Frau (Tara Reid, das zweite bekannte Gesicht) samt Tochter zu retten und anschließend etwas gegen die bissige Bedrohnung zu unternehmen.

Die Story klingt etwas wirr? Keine Sorge, im vorliegenden Fall ist dieses Manko noch das Kleinste.
Ja, Sharknado ist ein Ausnahme-Film, der ganz neue Maßstäbe im Genre Hai-Trash setzt und die Messlatte für kommende Mockbuster setzt - doch wo genau? Sagen wir es mal so: Selbst ein Limbo-Weltmeister würde sich bei der Tiefe der gesetzten Latte sein Kreuz ausrenken!

Aber führen wir das doch mal genauer aus:
Beginnen wir beim Drehbuch, also der Geschichte und den damit einhergehenden Dialogen. Dass die Geschichte völlig absurd ist, damit kann der geneigte Trash-Fan durchaus leben. Wenn aber die folgenden Dialoge derart schlecht sind, wird es schon schwieriger. Nicht nur, dass die Unterhaltungen völlig talent- und inhaltsfrei von den "Schauspielern" (ok, nenen wir sie einfach mal so) wiedergegeben werden, nein, auch die Synchronisation tut ihr übrges, denn viel unmotiviertere Vortragskunst findet man eigentlich nur in Pornos (wobei man das ja auch als Talent werten könnte).

Weiter geht´s mit den Effekten im Film, die zwar vorhanden sind und auch ein ordentliches Mass an Gore bieten, dabei aber dermaßen grandios gemacht sind, dass meine kleine Tochter es mit ihrem Nintendo DS nicht besser hätte machen können (diese Aussage gilt nur als humoristischer Vergleichswert und soll keine Wertung über das grafische Potential der Nintendo Spielekonsole darstellen).

Ein schlechtes Drehbuch, unterirdisch talentbefreite Schauspieler, miese Synchronisation und vorsintflutliche Effekte sind schonmal vorhanden, aber damit natürlich noch nicht genug. Asylum wäre nicht Asylum wenn sie nicht noch einen draufsetzen würden: Die Verwendung von Kameraaufnahmen, die in keinster Weise im Zusammenhang mit dem eigentlichen Film bzw. der Handlung stehen. So kann es hier durchaus wiederholt vorkommen, dass sich innerhalb weniger Sekunden sowohl Bildqualität, Wasserstand, Wetter, Wellengang als auch sonstige Umwelteinflüsse spontan ändern, was daran liegen könnte dass man Material aus anderen Filmen und diversen Dokumentationen einfach lieblos in den Film geschnitten hat. Dabei ist es dann selbstverständlich auch kein Problem, wenn ein Hubschrauber je nach Kameraperspektive in einer anderen Umgebung fliegt, ganz zu schweigen davon, dass es sich dabei auch um ein völlig anderes Hubschrauber-Modell handelt. Noch ein Hinweis an alle Erdkunde-Freaks unter euch: Wusstet ihr eigentlich, dass der Blick aus dem Fenster in Florida sowohl in einer Strandbar als auch in einem Haus im Landesinneren exakt der Gleiche ist?

Bildqualität:
Schluss mit den negativen Punkten. Das Bild präsentiert sich (abgesehen von den eingesetzten, filmfremden Szenen) von seiner besten HD-Seite und überzeugt durch sattes Schwarz, hervorragende Schärfe und saubere Farben. Hier gibt es nichts auszusetzen: 8/10

Tonqualität:
Auch hier stimmt alles. Sowohl gezielt platzierte Effekte und Basseinsätze als auch das Gesamtklangbild verwandeln das hai-mische Wohnzimmer durch tollen Raumklang in ein tornadogeplagtes Trümmerfeld 9/10

An dieser Stelle sei noch der völlig unpassende Soundtrack erwähnt, der das apokalyptische Geschehen und die Flucht vor tödlichen Wassermassen und Haien mit lässigem Country-Sound untermalt.

Fazit:
Sharknado ist tatsächlich ein Phänomen. Wie um dieses Werk ein solch großer Hype entstehen konnte entzieht sich völlig meinem Verständnis. Nichts desto trotz sollte ein jeder Filmfan, egal ob Trash-Liebhaber, Hai-Faszinierter oder "Otto-Normal-Seher" sich diesen Streifen mindestens einmal zu Gemüte führen, und sei es nur dazu, um sich über das Gesehene noch Stunden, ach was sag ich, Wochen später amüsieren zu können. 2/10

Testgeräte:
Panasonic TX-P50C3E Plasma-Fernseher
Panasonic BTT-290 BluRay-Heimkinoanlage
3.5.14 11:03


Der Pianist - BluRay



Freigabe: FSK 12
Fassung indiziert? Nein
Laufzeit: 149:01 Min. (142:15 Min. o.A.)
Extras:
- Ausführliche Dokumentation inkl. Interview mit Roman Polanski
- Kinotrailer Frankreich & Deutschland

Der Pianist - Trailer

Während viele beim Namen Roman Polanski in erster Linie an sein Privatleben denken und ihn auf Grund seiner Verurteilung wegen "außerehelichem Geschlechtsverkehr mit einer Minderjährigen" verachten, wird dabei leider immer wieder vergessen, für welch großartige Filme er als Regisseur verantwortlich ist. So gehören zu seiner Filmografie u.a. Oscar-prämierte Klassiker wie "Rosemarie´s Baby" (1968) oder "Chinatown" (1974), aber auch die unvergessliche Horrorkomödie "Tanz der Vampire" (1967), der mitterweile der ganzen Welt als erfolgreiches Musical bekannt sein dürfte. Sein in meinen Augen wichtigstes Werk möchte ich allerdings in dieser Review behandeln:

Story:
Der Pianist beschreibt die Geschichte des polnisch-jüdischen Pianisten und Komponisten Wladyslaw Szpilman und sein Leben und Leiden während des 2. Weltkriegs in der Zeit von 1939 bis 1944. Von den deutschen Truppen zuerst ins Warschauer Ghetto umgesiedelt entgeht er dem Abtransport ins Vernichtungslager Treblinka durch Unterstützung eines ehemaligen Bekannten, verliert dabei aber seine gesamte Familie. Nachdem er aus dem Ghetto fliehen kann muss er immer wieder sein Versteck wechseln, bis er schließlich krank und halb verhungert durch die Hilfe eines deutschen Offiziers das Ende der deutschen Besatzung erlebt und entkommen kann.

Der Film basiert auf der von Szpilman 1946 veröffentlichten Autobiografie "Der Pianist - mein wunderbares Überleben". Gedreht wurde sowohl in Deutschland (z.B. Babelsberg, Berlin, Jüterbog) als auch in Polen. Gerade in Warschau legte R. Polanski größten Wert auf Authenzität, und so wurden nicht nur Originalaufnahmen verwendet, sondern auch im Vorort Praga auf originaler Bausubstanz des ehemaligen Warschauer Ghettos gedreht. Auch die Ruinen am Ende des Films sind keine Kulissen, sondern reale Überbleibsel in Jüterbog.

Der Pianist umfasst einen Zeitraum von 5 Jahren und erzählt in episodenhaftem Aufbau die Geschehnisse zwischen dem Einmarsch der Deutschen in Polen 1939 über die Umsiedlung ins Warschauer Ghetto 1940 mit anschließendem Aufstand (1943) bis zum Rückzug der Deutschen und dem Einmarsch der Roten Armee im Jahre 1944, wo Wladyslaw Szpilman zu guter letzt mit Hilfe eines deutschen Offiziers (Thomas Kretschmann) gerettet wird.

Hervorzuheben ist hier ganz klar die grandiose Leistung von Adrien Brody, der mit seiner intensiven und selbstaufopfernden Darstellung des Wladyslaw Szpilman nicht nur die beste Leistung seiner Karriere abgeliefert hat, sondern den Film auch im Alleingang trägt und völlig zu Recht mit einem Oscar gewürdigt wurde. Insgesamt bekam der Film 2003 3 Oscars, neben Brody als "Bester Hauptdarsteller" auch für das "Beste adaptierte Drehbuch" und R. Polanski selbst als "Beste Regie".

Der Pianist packt den Zuschauer ab der ersten Filmminute und lässt ihn nicht mehr los. Die Geschichte ist spannend und äußerst emotional erzählt und lässt einen mit Szpilman zu jeder Zeit mitleiden. Die stellenweise schonungslose Darstellung der vorherrschenden Härte dürfte dem ein oder anderen Zuschauer bitter aufstoßen und ist definitiv nichts für zarte Gemüter. Aber genau diese Art der Inszenierung macht den Film zu einem hervorragenden und außergewöhnlichen Film über den Holocaust und regt zum Nachdenken an. Anders wie beispielsweise bei Schindlers Liste wird hier auch niemand als großer Retter herausgestellt, sondern die Gräuel des Krieges werden aus der Sicht der Opfer und aus nächster Nähe gezeigt und wirken so umso intensiver.

Eines der wichtigsten Elemente des Films stellt der Soundtrack dar, der passenderweise ausschließlich aus klassischen Stücken besteht, hauptsächlich von Chopin. So spielt beispielsweise Szpilman nach Aufforderung seines späteren Retters, dem deutschen Offizier Wilm Hosenfeld, die Ballade Nr. 1 in G-Minor von Chopin als Beweis dafür, dass er wirklich Pianist ist. Gerade dieses Lied wurde äußerst ironisch gewählt, denn es wurde von Chopin nach dem Novemberaufstand in Polen 1830/1831 komponiert, um damit den Freiheitswillen der Polen auszudrücken. Das markanteste Stück des Films ist allerdings Nocturne in C-Sharp Minor, bei welchem Szpilman durch den Einmarsch der deutschen Truppen zu Beginn unterbrochen wird. Immer wieder im Verlaufe der nächsten Jahre stimmt er das Lied an, und sei es nur in seinem Kopf, kann es aber erst nach seiner Rettung, bildlicherweise im Abspann des Films beenden.

Bildqualität:
Das Bild hat im Vergleich zur DVD ganz klar die Nase vorn, wenngleich sich dennoch kein volles HD-Gefühl einstellen will. Dazu ist die Filmschärfe etwas zu mangelhaft, gerad in Totalen oder Panoramaaufnahmen lassen sich Details vermissen, die in Nahaufnahmen dafür sehr gut aussehen. Weiterhin hat das Bild stetiges dezentes Filmkorn, das aber weniger störend ist als es die Atmosphäre des Films unterstützt.
6/10

Tonqualität:
Auch hier gibt es keine Höchstnoten. Genrebedingt sehr dialoglastig verpasst es die Tonspur, gezielte Akzente zu setzen und so bleibt letztendlich zwar eine sehr gute Verständlichkeit, es fehlt aber deutlich an Räumlichkeit und Druck.
6/10

Fazit:
Mit Der Pianist hat Roman Polanski seine eigenen Erlebnisse während des Holocaust verarbeitet, und diese Leidenschaft merkt man dem Film auch an. Der Pianist ist in allen Bereichen ein Meisterwerk, dass den Zuschauer durchwegs fesselt, emotional bewegt und mitnimmt und noch lange nach dem Betrachten seine Wirkung hinterlässt. Für mich ist dieser Film ein Werk, dass jeder geschichtliche Interessierte mindestens einmal gesehen haben sollte.
10/10

Testgeräte:
Bild: Panasonic TX-P50C3E Plasma-Fernseher
Player & Ton: Panasonic BTT-290 Heimkino-Anlage
3.5.14 10:58


Carrie (2013) - BluRay



Freigabe: FSK 16
Fassung indiziert? Nein
Laufzeit: 99:41 Min. (94:50 Min. o. A.)
Extras:
- Kinofassung mit alternativem Ende (Nur in Englisch mit dt. Untertiteln)
- Audiokommentar von Reggisseur Kimberly Peirce
- Entfallene & alternative Szenen
- Stuntaufnahmen zur "Tina steht in Flammen"-Szene
- Die Entstehung des Films
- Die Macht der Telekinese
- Virales Video "Telekinese im Café"
- Original Kinotrailer

Carrie (2013) Trailer

Stephen King ist der wohl bekannteste und meistgelesene Horror-Autor unserer Zeit und seine Geschichten wurden schon zahlreich verfilmt, mal mit mehr, mal mit weniger großem Erfolg. Seine vielschichtigen Bücher zu verfilmen und dabei die Atmosphäre auf die Leinwand zu übertragen stellt Regisseure immer wieder vor große Herausforderungen. Aber auch King hat einmal klein angefangen, und so verhalf ihm die großartige Verfilmung seines ersten veröffentlichten Romans "Carrie" von Brian de Palma 1976 erst zu weltweiter Bekanntheit und legte den Startschuss für seine Karriere als Schriftsteller. Jetzt, fast 40 Jahre später, wurde diese Geschichte erneut für die große Leinwand umgesetzt. Mit welchem Erfolg soll folgende Bewertung verdeutlichen:

Story:
Carrie White (Chloe Grace Moretz) hat es nicht leicht. Aufgewachsen unter der strengen Hand ihrer religiös-fanatischen Mutter (Julianne Moore) ist sie in der Schule der Außenseiter und muss sich ständigem Gelächter und Beschimpfungen unterordnen. Nach dem Einsetzen ihrer Pubertät entdeckt Chloe, dass sie telekinetische Fähigkeiten besitzt, mit denen sie zunächst spielerisch umgeht. Als sie jedoch beim Abschlussball Opfer eines bösen Streichs wird, dürstet es Carrie nach Rache...

Die Thematik des Films ist ganz klar die psychische Belastung von Kindern und seine unweigerlichen Konsequenzen und stellt gleichzeitig einen Aufruf für mehr Toleranz von Individuen und "Andersartigen" dar. Dabei kommt die Belastung nicht nur durch das Mobbing an der Schule, sondern ebenfalls durch das eigene Elternhaus. Ein Mensch ist stark, doch irgendwann zerbricht jeder.

Regisseurin Kimberly Peirce ("Boys don´t cry") hält sich bei Ihrer Verfilmung wie schon Brian de Palma sehr eng an die literarische Vorlage und verfrachtet die Geschichte lediglich in die heutige Zeit. Alles in allem gleicht Carrie 2013 stark dem Original aus 1976 - einige wenige Punkte sind etwas näher am Buch, andere Szenen sind von de Palma übernommen worden. So handelt es sich also auch nicht um eine Neuinterpretation des Stoffes, sondern nur um eine neuere Version, wodurch Carrie sich einem Vergleich der beiden Filme stellen muss.

Chloe Grace Moretz, die ich übrigens sehr gern sehe, macht ihre Sache hier wirklich sehr gut, verpasst es aber dem Charakter der Carrie die nötige Tiefe und Emotionalität zu verleihen und bleibt dadurch leider etwas blass zurück. Hier ist die herausragende Leistung von Sissy Spacek unerreicht. Julianne Moore hingegen spielt absolut großartig und verkörpert Carrie´s Mutter mit intensiver, aufopfernder Kraft und Ausstrahlung. Für mich eine der stärksten schauspielerischen Leistungen ihrer Laufbahn - sie steht Piper Laurie tatsächlich in nichts nach.

Bildqualität:
Das Bild ist durchaus HD-würdig, verpasst es aber die volle Wirkung zu erzielen. Die Schärfe ist sehr gut, ebenso der Schwarzwert, leider gibt es hin und wieder etwas unscharfe Momente. Der CGI-Einsatz im Finale wirkt stellenweise etwas unpassend und fügt sich nicht perfekt ins Gesamtbild ein.
8/10

Tonqualität:
Der Ton ist sehr Dialog- und somit frontlastig abgemischt. Zwar bleiben die Dialoge jederzeit verständlich und der Ton insgesamt sehr sauber und dynamisch, wirkliches Surroundgefühl kommt aber lediglich in "Actionmomenten" auf. Gleiches gilt für den gezielten Basseinsatz.
7/10

Fazit:
Insgesamt ist Carrie 2013 eine gelungene Neuverfilmung mit tollen schauspielerischen Leistungen und einer sehr guten Atmosphäre, die sich wie schon Buch und Original langsam steigert, bis sie schließlich mit einem großen Paukenschlag im Finale endet. Vor allem für Horrorfans, die das Original nicht kennen kann ich hier eine klare Empfehlung aussprechen, auch wenn klar sein muss dass der Film auf Grund seiner Thematik weniger auf Schockmomente und Gore, sondern auf Charaktertiefe und Story setzt. Für alle Kenner des Originals von de Palma kann ich nur bedingt zu Carrie raten, da es nicht viele Änderungen zu verzeichnen gibt und die Leistung von Sissy Spacek einfach unerreicht bleibt - Julianne More´s Darstellung der Mutter sollte man sich allerdings nicht entgehen lassen.
7/10 (Schulnote: 2)

Testgeräte:
Bild: BenQ MS521P Beamer
Player & Ton: Panasonic BTT-290 Heimkino-Anlage
3.5.14 10:35





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